Orangenbaum

Crowdfarming: Nachhaltige Landwirtschaft

Einen Baum adoptieren und die Früchte nach Hause geliefert bekommen – so lautet die Idee der Brüder Gonzalo und Gabriel Úrculo aus Valencia. Ihr Unternehmen „Crowdfarming“ kämpft für faire Erzeugerpreise und gegen Lebensmittelverschwendung.

Gonzalo und Gabriel Úrculo übernahmen 2011 die Orangenfarm ihres Großvaters in der Nähe von Valencia – die „Geburtsstätte“ von Crowdfarming. Zunächst versuchten die Brüder den Anbau auf traditionellem Wege fortzuführen. Sie litten jedoch unter den niedrigen Erzeugerpreisen und die Farm stand vor dem Bankrott. 2015 wurde schließlich Crowdfarming ins Leben gerufen, eine Idee, an der Gabriel und Gonzalo jahrelang gearbeitet haben. „Die Enttäuschung über den Mangel an Transparenz der traditionellen Lebensmittellieferkette war der Anstoß, diese neu zu überdenken“, sagte Lena Manz aus dem Marketing von Crowdfarming gegenüber der „FAZ“. Deshalb entstand das Konzept der „Adoption“ von Orangenbäumen. Dabei bezahlen Kunden die Patenschaft eines Baumes und bekommen dafür die Früchte ohne Umwege vor die Haustür geliefert.

 

Effizienter Lebensmitteltrend

Ein Baum wird beim Crowdfarming nur gepflanzt, wenn eine Patenschaft vorhanden ist. Auf diese Weise wird nur auf Bestellung angebaut und geerntet. Auch der LKW verlässt die Plantage nur voll beladen, nach Eingang mehrerer Bestellungen. Die Produkte werden erst kurz vorm Transport im optimalen Reifestadium gepflückt und weder in Kühlräumen gelagert noch chemisch behandelt. Sollten Ernteüberschüsse entstehen, können Kunden einzelne Kisten bestellen. Nach Schönheit der Frucht geht es nicht, allein der Geschmack zählt. Beschädigte Orangen werden zu Marmelade weiterverarbeitet – so entsteht nachhaltige Landwirtschaft.

 

Crowdfarming in Deutschland

Zwei Jahre nachdem die ersten Orangenbäume „adoptiert“ wurden, schlossen sich weitere Landwirte dem Konzept von Crowdfarming an. Mittlerweile gibt es ca. 40 Partner in sieben Ländern. Insgesamt umfassen die Projekte rund 39.000 Adoptionen.

Folgende Crowdfarming-Projekte werden u. a. zurzeit von deutschen Landwirten angeboten:

 

 

Fazit: Crowdfarming ist ein transparenter Lebensmitteltrend, der seit Jahren für nachhaltige Landwirtschaft steht. Durch immer mehr Projekte in verschiedenen Ländern werden Erzeuger unterstützt und Kunden mit frischen Produkten beliefert.

Florian Waßmus
Florian Waßmus

floschreibt.de

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